D2C Retail
E-Commerce & Marktplatz Leogra Services GmbH
D2C Summit Schweiz – Direct to Consumer, E-Commerce und die Rolle der Marktplätze
Der D2C Summit Schweiz bringt die wichtigsten Köpfe der Direct-to-Consumer-Welt zusammen. Aber was steckt eigentlich hinter dem Begriff D2C, wie hat sich das Modell entwickelt – und warum spielen Marktplätze dabei eine größere Rolle, als viele denken?
Was ist Direct to Consumer (D2C)?
Direct to Consumer – kurz D2C oder DTC – beschreibt ein Vertriebsmodell, bei dem eine Marke oder ein Hersteller ihre Produkte direkt an den Endkunden verkauft. Ohne Grosshändler, ohne stationären Einzelhandel, ohne Zwischenhändler jeder Art.
Was auf den ersten Blick simpel klingt, stellt einen fundamentalen Paradigmenwechsel dar. Im klassischen Vertrieb produziert eine Marke und reicht die Ware über mehrstufige Handelsketten weiter – jede Stufe nimmt Marge, und die Marke verliert sukzessive Einfluss auf Preis, Präsentation und Kundenerlebnis. Im D2C-Modell bricht diese Kette auf: Die Marke tritt direkt und ohne Umweg mit dem Kunden in Kontakt.
Das ermöglicht nicht nur höhere Margen. Es ermöglicht vor allem etwas, das im klassischen Handel strukturell nicht möglich war: eine direkte Beziehung zum Kunden, vollständige Datenkontrolle und die Fähigkeit, schnell auf echtes Feedback zu reagieren.
Wichtig: D2C ist kein Synonym für „eigener Onlineshop". Auch wer als Marke selbst auf Zalando, Amazon oder About You verkauft – also ohne Drittpartei als Händler – betreibt D2C. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wer verkauft: die Marke selbst oder ein externer Händler.
D2C vs. Vendor-Modell – wo liegt der Unterschied?
Auf Marktplätzen existieren typischerweise zwei Grundmodelle. Im Seller-Modell verkauft die Marke selbst an den Endkunden – das ist D2C. Im Vendor-Modell kauft der Marktplatz die Ware ein und verkauft sie auf eigene Rechnung weiter. Das klingt bequem, bedeutet aber: Die Marke verliert Kontrolle über Preis, Listinggestaltung und – gravierend – über sämtliche Kundendaten.
Viele Marken, die in der Vergangenheit ins Vendor-Modell gewechselt sind, weil es operativ einfacher schien, vollziehen heute den Schwenk zurück. Der Grund: Ohne Kundendaten kein echtes Wachstum, keine Personalisierung, keine Community.
Der D2C Summit Schweiz – mehr als eine Konferenz
Der D2C Summit Schweiz ist die zentrale Plattform für die Schweizer Direct-to-Consumer- und E-Commerce-Community. Er bringt Gründerinnen und Gründer, Markenverantwortliche, Investoren und Dienstleister zusammen – mit einem klaren Fokus: Praxis statt Theorie.
Was den D2C Summit von generischen E-Commerce-Konferenzen unterscheidet, ist der Schweizer Bezug. Internationale Trends sind wichtig – aber die Besonderheiten des Schweizer Markts, des Schweizer Konsumentenverhaltens und der DACH-spezifischen Marktplatzdynamiken verdienen eine eigene Bühne. Genau das liefert der Summit.
Das Format setzt auf Keynotes von Unternehmerinnen und Unternehmern mit realem D2C-Track-Record, auf Panelgespräche zu konkreten Branchen-Herausforderungen und auf Masterclasses mit kompaktem, umsetzbarem Wissen. Hinzu kommen exklusive Marktstudien – etwa von YouGov – die zahlenbasierte Einblicke in den Schweizer D2C-Markt liefern, die anderswo nicht verfügbar sind.
Networking-Slots, ein grosszügiges Foyer-Format und ein After-Event runden den Tag ab. Viele der wertvollsten Gespräche entstehen nicht auf der Bühne, sondern daneben.
Praxis vor Theorie
Speaker mit eigenem Unternehmertrack-Record – keine Beraterperspektiven, sondern echte Erfahrungen aus dem D2C-Alltag.
Schweizer Marktfokus
Marktdaten, Konsumentenverhalten und Plattformdynamiken speziell für den DACH-Raum und den Schweizer E-Commerce.
Branchen-Netzwerk
Wer andere D2C-Gründer trifft, spart sich Jahre Lernkurve. Partnerschaften und Investorenkontakte entstehen hier auf kurzem Weg.
Exklusive Studiendaten
Marktstudien zum Schweizer D2C-Markt liefern Entscheidungsgrundlagen, die weit über Anekdoten und Einzelmeinungen hinausgehen.
Der D2C-Markt in der Schweiz – Besonderheiten und Chancen
Die Schweiz ist kein gewöhnlicher E-Commerce-Markt. Hohe Kaufkraft, hohe Markenansprüche und eine ausgeprägte Affinität zu Qualität und Nachhaltigkeit machen sie zu einem besonders attraktiven Terrain für D2C-Brands – sowohl für heimische Marken als auch für internationale Labels, die den Schweizer Markt erschliessen wollen.
Gleichzeitig gelten besondere Rahmenbedingungen: Zollanforderungen, Mehrwertsteuerthematiken für ausländische Anbieter, Sprachregionen und logistische Besonderheiten machen die Schweiz komplexer als andere DACH-Märkte. Wer hier reüssieren will, muss diese Faktoren von Anfang an einkalkulieren.
Schweizer D2C-Brands haben in den vergangenen Jahren international Aufsehen erregt. Labels wie Nikin – die für jedes verkaufte Produkt einen Baum pflanzen und diese Botschaft konsequent in ihrer gesamten Markenkommunikation verankern – oder Dagsmejan mit funktionaler Schlafwäsche zeigen, dass Schweizer D2C-Marken Nischenthemen mit starker Community-Identität global skalieren können.
Was eine starke D2C-Marke ausmacht
D2C zu betreiben ist einfach. D2C erfolgreich zu betreiben ist etwas anderes. Die Brands, die den Schritt zum skalierten Direktvertrieb wirklich schaffen, teilen einige wenige, konsequent umgesetzte Grundprinzipien.
Markenidentität vor Produktfeatures
Starke D2C-Marken verkaufen keine Produkte, sie verkaufen Haltungen. Die Marke existiert, bevor das Sortiment vollständig ist. Snocks hat mit Basics begonnen, aber mit einem unverwechselbaren Ton. Nikin hat die Mission zuerst definiert, das Produkt kam danach. Diese Reihenfolge ist kein Zufall.
Kundendaten als strategische Ressource
Der wertvollste Vorteil des D2C-Modells ist unsichtbar: Kundendaten. Wer direkt verkauft, weiss, wer kauft, wann, wie oft, was zusammen und was danach. Diese Daten ermöglichen gezielte Produktentwicklung, personalisiertes Marketing und echtes Retention-Management. Wer über Drittparteien-Händler oder das Vendor-Modell auf Marktplätzen verkauft, hat davon strukturell nichts.
Community vor Reichweite
Die leistungsstärksten D2C-Marken bauen Communities auf, nicht nur Kundenlisten. Newsletter-Abonnenten, Social-Media-Follower und Loyalitätsprogramme sind Vermögenswerte, die unabhängig von Plattform-Algorithmen funktionieren. Der Customer Lifetime Value einer echten Community übersteigt den eines reinen Transaktionskunden um ein Vielfaches.
Schnelle Iteration durch direktes Feedback
Im D2C-Modell dauert der Weg vom Kundenfeedback zur Produktverbesserung Wochen, nicht Jahre. Wer einen eigenen Kanal betreibt, hört direkt: Was kommt gut an, was nicht, was fehlt. Diese Geschwindigkeit ist gegenüber klassisch distributierten Marken ein struktureller Wettbewerbsvorteil.
D2C und Marktplätze – kein Widerspruch, sondern Strategie
In vielen D2C-Diskussionen wird Marktplatzvertrieb als Gegensatz zu Direct-to-Consumer dargestellt. Das ist ein Denkfehler. Die erfolgreichsten Brands der DACH-Region kombinieren beides – und das nicht zufällig.
Der eigene Shop liefert Kontrolle, Datensouveränität und Markenerlebnis. Marktplätze liefern Reichweite, Kundenvertrauen und skalierbare Infrastruktur. Wer nur auf einen eigenen Kanal setzt, kämpft täglich um Traffic. Wer nur Marktplätze bespielt, baut keine eigene Marke und keine eigene Kundenbasis auf.
| Kriterium | Eigener D2C-Kanal | Marktplatz (Seller-Modell) |
|---|---|---|
| Kundendaten | ✔ Vollständig in Eigenhand | Begrenzt verfügbar |
| Reichweite beim Start | Muss aufgebaut werden | ✔ Sofort vorhanden |
| Marge | ✔ Keine Provision | Provision 7–15 % je Kanal |
| Markenkontrolle | ✔ Vollständig | Im Rahmen der Plattformregeln |
| Kundenvertrauen | Muss aufgebaut werden | ✔ Plattformvertrauen inklusive |
| Internationalisierung | Hoher Eigenaufwand | ✔ Über Plattform-Infrastruktur skalierbar |
| Abhängigkeit | ✔ Keine Drittplattform-Abhängigkeit | Abhängig von Plattformentscheidungen |
Die smarte Schlussfolgerung: Beide Kanäle sind keine Alternativen, sondern Ergänzungen. Der eigene Kanal stärkt Markenkontrolle und Kundenbindung. Der Marktplatz beschleunigt Neukundenakquise und internationale Skalierung. Wer beide Stärken gegeneinander ausspielt, hat einen nachhaltigen strukturellen Vorteil.
Genau diese Fragestellung – wie D2C-Marken ihre Direktvertriebsidentität behalten und gleichzeitig die Infrastruktur der grossen Plattformen für ihr Wachstum nutzen können – steht beim D2C Summit Schweiz regelmässig im Mittelpunkt der Diskussionen.
Welche Marktplätze sind für D2C-Marken im DACH-Raum relevant?
Die Wahl der richtigen Marktplätze hängt von Zielgruppe, Produktkategorie und Preisniveau ab. Ein Überblick über die wichtigsten Plattformen:
Zalando
Zalando ist für D2C-Brands im Fashion- und Lifestyle-Segment der wichtigste europäische Marktplatz. Das Partnerprogramm (ZPP) ermöglicht den Verkauf auf eigene Rechnung mit eigenständiger Preis- und Sortimentssteuerung – ideale Bedingungen für D2C-Brands, die ihre Markenidentität auch auf einer Fremdplattform erhalten wollen. Die Selektion ist hoch, der Aufwand für Datenqualität ebenfalls – wer beides erfüllt, erhält Zugang zu über 20 europäischen Märkten.
About You
About You hat sich als Lifestyle-orientierte Ergänzung zu Zalando etabliert – mit stärkerem Content- und Influencer-Fokus. Für D2C-Marken mit eigenem Storytelling bietet About You andere Möglichkeiten als Zalando, da die Plattform Marken sichtbarer in redaktionellen Kontexten platziert.
Galaxus.ch
Für den Schweizer Markt ist Galaxus.ch unverzichtbar. Als grösste heimische E-Commerce-Plattform mit breitem Sortiment und einer kaufkräftigen, loyalen Nutzerbasis ist Galaxus für schweizspezifische D2C-Strategien ein Pflichtkanal.
Amazon
Amazon bleibt der Reichweitenkanal schlechthin. D2C-Brands mit klarer Markenidentität und Premium-Preisniveau können auf Amazon durch konsequente Brand-Store-Nutzung und Brand Registry Markenkontrolle ausüben. Ohne diese Absicherung droht Verwässerung durch Drittanbieter-Listings.
OTTO, Breuninger, Manor und weitere
OTTO ist für den deutschen Mittelklasse- und Premiumbereich ein starker Ergänzungskanal, Breuninger positioniert sich klar im Premiumsegment. Manor ist der wichtigste stationär verwurzelte Onlinemarktplatz der Schweiz. TikTok Shop gewinnt als Social-Commerce-Kanal vor allem für jüngere D2C-Brands mit starkem Markenprofil rasch an Bedeutung.
Praxis-Hinweis: Nicht jede D2C-Marke muss auf jedem Marktplatz vertreten sein. Eine fokussierte Kanalstrategie – zwei bis vier Plattformen, die wirklich zur Marke passen – ist nachhaltiger als ein flächendeckender Ansatz mit zu wenig Ressourcen pro Kanal.
Herausforderungen im D2C – was oft unterschätzt wird
D2C hat viele Vorteile. Wer sie nutzen will, muss aber auch mit den spezifischen Herausforderungen umgehen können, die im klassischen Handel andere getragen haben.
Traffic ist teuer
Auf einem Marktplatz surft man auf bestehendem Kundenstrom. Im eigenen Shop muss dieser Traffic erst aufgebaut werden – dauerhaft und kostenintensiv über SEO, Content, Social und Performance Marketing. Die Kosten für Neukundenakquise (Customer Acquisition Cost) sind im D2C-Umfeld einer der häufigsten Stolpersteine.
Mehrere Marktplätze parallel sind komplex
Wer D2C auf mehreren Plattformen gleichzeitig betreibt, steht vor erheblichem operativem Aufwand: Produktdatenmanagement, Bestandssynchronisation, unterschiedliche Bildstandards, kategoriespezifische Anforderungen, Multi-Währung, Multi-Sprache. Ohne professionelle Middleware-Lösungen wie Tradebyte oder Rithum ist dieser Aufwand kaum beherrschbar.
Datenqualität ist kein Nice-to-have
Marktplätze wie Zalando oder About You stellen hohe Anforderungen an Produktbilder, Beschreibungstexte und Datenstruktur. Wer diese nicht erfüllt, bekommt Artikel nicht live – oder sieht sie in der Such-Performance einbrechen. Datenqualität ist Grundvoraussetzung, nicht Optimierungsthema.
Logistik ist Kernkompetenz
D2C-Marken, die aus einem B2B-Hintergrund kommen, unterschätzen den Aufwand hinter B2C-Logistik systematisch. Lagerung, Pick & Pack, Last-Mile-Delivery und Retourenmanagement müssen reibungslos funktionieren – und auf Marktplätzen wie Zalando gelten dabei oft marktplatzspezifische SLA-Anforderungen, die strikte Einhaltung verlangen.
Logistik für Schweizer D2C-Marken im EU-Markt – Herausforderungen und Lösungen
Für Schweizer D2C-Brands, die auf europäischen Marktplätzen oder im eigenen EU-Shop verkaufen wollen, ist die Logistik das komplexeste operative Thema. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied – das bedeutet: Jede Warenbewegung über die Grenze ist zollrelevant, steuerpflichtig und dokumentationspflichtig. Was für gut aufgestellte Grosshändler mit entsprechenden Strukturen handhabbar ist, wird für D2C-Brands mit kleinteiligem B2C-Versand schnell zur erheblichen Bürde.
Warum der Schweizer Zollrahmen D2C-Versand in die EU verkompliziert
Die Schweiz und die EU unterhalten zwar enge bilaterale Wirtschaftsbeziehungen – einen gemeinsamen Binnenmarkt bilden sie nicht. Das bedeutet: Jede Sendung von der Schweiz in die EU muss ausgeführt und auf der EU-Seite eingeführt werden. Umgekehrt gilt dasselbe für Retouren, die aus EU-Ländern zurück in die Schweiz laufen.
Für D2C-Brands bedeutet das in der Praxis: Zollanmeldungen pro Sendung, EORI-Nummer als Voraussetzung für EU-Importe, Umsatzsteuerregistrierung in mindestens einem EU-Land und – je nach Volumen – die Pflicht zur Fiskalvertretung. Wer in der EU einen Jahresumsatz von über 10.000 Euro erzielt, ist zudem verpflichtet, sich am EU-One-Stop-Shop (OSS) für die Umsatzsteuer anzumelden oder sich in jedem Lieferland separat zu registrieren.
Wichtig: Im D2C-Kontext unterscheidet man zwei grundlegende Lieferkonditionen: DDP (Delivered Duty Paid) – die Marke übernimmt Zoll und Steuern, der Kunde erhält das Paket ohne Zusatzkosten. Und DAP (Delivered at Place) – der Kunde zahlt anfallende Abgaben selbst bei Lieferung. DAP führt im EU-Markt regelmässig zu Kaufabbrüchen und Kundenbeschwerden. Professionelle D2C-Marken setzen daher auf DDP – was wiederum eine funktionierende Zoll- und Steuerabwicklung im Hintergrund voraussetzt.
Die drei Hauptoptionen für Schweizer Brands im EU-Versand
Für Schweizer D2C-Marken, die EU-Marktplätze oder eigene EU-Shops bespielen, gibt es im Wesentlichen drei Logistikmodelle – mit unterschiedlichem Aufwand, Kostenstruktur und Skalierungspotenzial:
Option 1: Cross-Border-Versand aus der Schweiz (direkt in die EU)
Jede Sendung verlässt die Schweiz als Einzelexport und wird in der EU einzeln verzollt und versteuert. Das ist schnell aufzusetzen und erfordert kein EU-Lager. Die Nachteile: Lieferzeiten von vier bis sieben Werktagen, hohe Versandkosten pro Paket, aufwendige Einzelzollanmeldungen und – bei DAP-Versand – das Risiko, dass Kunden auf unerwartete Einfuhrabgaben stossen. Für Test-Sortimente oder niedrige Volumina pragmatisch, für skalierende D2C-Brands langfristig nicht tragfähig.
Option 2: EU-Fulfillment-Lager (Ware wird vorab in die EU eingelagert)
Die Marke verlagert ihren Lagerbestand in ein Fulfillment-Center innerhalb der EU – typischerweise in Deutschland, Polen oder den Niederlanden. Von dort aus werden EU-Bestellungen als Inlandslieferung abgewickelt: schnelle Lieferzeiten (ein bis drei Werktage), keine Sendungsverzollung mehr, EU-konforme Retourenabwicklung. Die einmalige Wareneinfuhr in die EU wird zentral abgewickelt, die Umsatzsteuer über OSS oder lokale Registrierung geregelt. Dieser Ansatz ist für D2C-Brands mit regelmässigem EU-Volumen die professionellste Lösung – erfordert aber einen verlässlichen Fulfillment-Partner mit E-Commerce-Erfahrung und Marktplatz-Anbindung.
Option 3: Marktplatz-eigene Logistiklösungen (z.B. Galaxus EU-Hub)
Einige Plattformen bieten eigene Logistikinfrastruktur für ausländische Brands an. Galaxus betreibt beispielsweise einen EU-Hub, über den Händler mit EU-Lager ihre Waren auch auf Galaxus.ch anbieten können, ohne ein eigenes Schweizer Lager aufzubauen. Amazon FBA ermöglicht ebenfalls die EU-weite Lagerung und Auslieferung über Amazons Netzwerk. Diese Optionen sind einfach in der Nutzung, schränken aber die Kanalfreiheit ein und binden die Marke enger an die jeweilige Plattform.
Retouren aus der EU zurück in die Schweiz – ein oft übersehenes Problem
Was für den Hinversand gilt, gilt auch für Retouren in umgekehrter Richtung. Pakete, die von EU-Kunden zurückgesendet werden, müssen beim Eingang in der Schweiz ebenfalls zollangemeldet und – sofern die Einfuhrabgaben ursprünglich entrichtet wurden – entsprechend rückerstattet werden. Wer diesen Prozess nicht strukturiert aufgesetzt hat, verliert Zeit, Geld und im schlimmsten Fall die Waren selbst, da sie am Zoll liegenbleiben. Ein EU-Retourenlager, das Rückläufer innerhalb der EU auffängt und prüft, bevor sie überhaupt die Grenze überqueren, ist für D2C-Brands mit nennenswertem EU-Volumen die effizientere Lösung.
Was das für die Marktplatz-Strategie bedeutet
Die Logistikfrage ist keine rein operative Entscheidung – sie ist eine strategische. Wer auf Zalando, About You oder OTTO verkaufen will, muss die SLA-Anforderungen dieser Plattformen (in der Regel ein bis drei Werktage Versandzeit) einhalten können. Cross-Border-Versand direkt aus der Schweiz erfüllt diese Anforderungen in den meisten Fällen nicht. Ein EU-Fulfillment-Setup ist damit faktisch Voraussetzung für den professionellen D2C-Marktplatzvertrieb aus der Schweiz heraus.
Schweizer D2C-Brands, die diesen Schritt gehen wollen, profitieren von Partnern, die Logistik und Marktplatzanbindung aus einer Hand anbieten – so lassen sich Warenfluss, Bestandssynchronisation und Marktplatz-SLAs zentral steuern, ohne mehrere Dienstleister koordinieren zu müssen.
Kurzgefasst – FAQ
Was ist Direct to Consumer (D2C) genau?
Direct to Consumer bezeichnet den Direktvertrieb einer Marke an den Endkunden – ohne klassische Zwischenhändler wie Grosshändler oder stationären Einzelhandel. D2C funktioniert über eigene Onlineshops, Social-Commerce-Kanäle oder als selbst agierender Seller auf Marktplätzen. Entscheidend ist, dass die Marke selbst verkauft und alle Kundenbeziehungen direkt hält.
Was ist der D2C Summit Schweiz?
Der D2C Summit Schweiz ist die führende Branchenkonferenz für Direct-to-Consumer-Marken und E-Commerce-Unternehmen in der Schweiz. Er bringt Gründerinnen und Gründer, Markenverantwortliche, Investoren und Dienstleister mit starkem Praxisbezug und Schweizer Marktfokus zusammen.
Kann man D2C und Marktplatzvertrieb gleichzeitig betreiben?
Ja – und das ist die empfohlene Strategie für die meisten D2C-Brands. Der eigene Kanal stärkt Markenkontrolle und Kundenbindung. Marktplätze liefern Reichweite und internationale Skalierung. Beide Kanäle ergänzen sich, wenn sie strategisch aufeinander abgestimmt sind.
Was ist der Unterschied zwischen D2C und dem Vendor-Modell auf Marktplätzen?
Im D2C-Seller-Modell verkauft die Marke selbst an den Endkunden und behält Kontrolle über Preis, Markenpräsentation und Kundendaten. Im Vendor-Modell kauft der Marktplatz die Ware ein und verkauft sie auf eigene Rechnung weiter – dabei gehen Preiskontrolle, Markenerlebnis und Kundendaten vollständig verloren.
Ist D2C nur für grosse Marken geeignet?
Nein. D2C ist gerade für wachsende Brands und mittelständische Hersteller attraktiv. Digitale Infrastruktur hat die Einstiegshürden deutlich gesenkt. Entscheidend ist eine klare Markenstrategie – nicht die Grösse des Unternehmens.
Welche Marktplätze sind für Schweizer D2C-Brands besonders relevant?
Galaxus.ch ist für den Schweizer Markt unverzichtbar. Zalando und About You sind für Fashion und Lifestyle die wichtigsten europäischen Plattformen. Amazon bietet maximale Reichweite, erfordert aber aktives Markenmanagement. Manor ist der wichtigste stationär verwurzelte Onlinemarktplatz der Schweiz.
Wie lösen Schweizer D2C-Brands die Logistik für EU-Marktplätze?
Die effizienteste Lösung ist ein EU-Fulfillment-Lager – die Ware wird einmalig zentral in die EU eingeführt und von dort als Inlandslieferung versendet. Das erfüllt die SLA-Anforderungen der Marktplätze (1–3 Werktage), vermeidet Sendungs-Einzelverzollungen und vereinfacht die Retourenabwicklung. Cross-Border-Direktversand aus der Schweiz ist für den Start oder kleine Volumina möglich, aber für skalierende Marken langfristig nicht tragfähig.
Was ist DDP und warum ist es für D2C-Versand in die EU wichtig?
DDP (Delivered Duty Paid) bedeutet, dass Zoll und Einfuhrsteuer durch den Versender – also die Marke – übernommen werden. Der Kunde empfängt das Paket ohne zusätzliche Abgaben. Im Gegensatz dazu zahlt beim DAP-Modell der Kunde die Zollkosten selbst, was häufig zu Kaufabbrüchen oder schlechten Bewertungen führt. Für D2C-Marken, die in die EU liefern, ist DDP der professionelle Standard.
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